Geschichte

Die Anfänge der Arbeit an der heutigen Datenbank Česká literární věda (Tschechische Literaturwissenschaft) reichen zurück in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts, als das ÚČL begann, gedruckte bibliografische Jahrbücher zu erstellen. - Das erste für das Jahr 1962 erschien bereits 1964, in den folgenden Jahren wurde nachträglich die Bibliografie für das 1961 herausgegeben, und nach der folgenden durchgehenden Bearbeitung der einzelnen Jahre wurde die Reihe mit dem zweibändigen Jahrbuch für das Jahr 1980, das 1992 herauskam, abgeschlossen.

 

Der wachsende Abstand zwischen dem betrachteten Jahr und dem Jahr, in dem das entsprechende Jahrbuch erschien, eine Entwicklung insbesondere der 70er Jahre, führte zusammen mit dem rasanten Fortschritt in den Informationstechnologien im Jahr 1990 schließlich zu der Entscheidung, die Form der bibliografischen Arbeit am Institut grundlegend zu verändern. Fortan wurde die Bibliografie in Form einer digitalen Datenbank geführt, und zwar im System ISIS.

 

Im Laufe der folgenden sechs Jahre wurden dementsprechend nicht nur die Neuzugänge der Bibliothek des ÚČL in das System eingearbeitet, sondern auch die Exzerpte für den Zeitraum 1980-1990, die aus der Vorbereitung für die Jahrbücher bereit lagen, wurden nachträglich übertragen. Die Herausgabe dieser Jahrbücher war mit dem Jahrbuch 1980, das zu Beginn der 90er Jahre erschien, abgeschlossen, was auch bedeutete, dass Kapazitäten in der bibliografischen Abteilung frei geworden waren, die statt in die zeitaufwändige Lektoratsarbeit der Jahresverzeichnisse nun ins Exzerpieren gesteckt werden konnten. 1997 trat eine Veränderung der Struktur der Datenbank in Kraft, da die alte Version, die in den Suchoptionen praktisch nur Personennamen zuließ, den aktuellen Ansprüchen nicht mehr genügte. Ergebnis war eine weitgehende Standardisierung in allgemeinen Bibliotheksnormen und eine differenziertere Untergliederung der Struktur der bibliografischen Einträge, was eine detailliertere Suche ermöglichte.

 

In dieses neue Format wurden zu Beginn des neuen Jahrtausends auch die kompletten gedruckten bibliografischen Jahrbücher für die Jahre 1961-1980 in digitalisierter Form aufgenommen, wodurch ein Komplex an Datenbanken entstand, der den Zeitraum seit 1961 lückenlos abdeckt und der außerdem wöchentlich durch Neuzugänge aktualisiert sowie rückwirkend durch Einträge von Titeln, die aus verschiedenen Gründen bei vorangegangenen Arbeitsschritten nicht eingearbeitet worden sind, ergänzt wird. Seit 2004 ist eine Suchmaske freigeschaltet, die den online-Zugriff auf die Exzerpte auch externen Interessierten ermöglicht.

 

Dergestalt waren die Datenbanken des ÚČL bis 2012 in Betrieb, als nach Abschluss der Digitalisierung der Retrospektiven Bibliografie konkrete Schritte zum Transfer der Institutsbibliografie in eine neue Software-Plattform unternommen wurden und man dadurch das Problem technisch schnell veraltender Software-Lösungen in Angriff nahm, das in der letzten Zeit immer drängender zu werden begann. Die Plattform ISIS entsprach trotz aller ihrer Vorteile als nicht-relationale Datenbank längst nicht mehr dem aktuellen technischen Stand in Bibliothekswesen und Informationstechnologie und konnte nicht in übergreifende Kooperationsnetze eingebunden werden.

 

Im Frühling 2012 wurde die Entscheidung getroffen, die Artikel-Bibliografie des Instituts ins System Aleph zu übertragen, das durch die Bibliothek der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik für die angegliederten akademischen Institute betrieben wird, auf deren Plattform allmählich auch die übrigen Datenbanken des Zentrums für literaturwissenschaftliche Informationen integriert werden sollen. Ende Juni 2012 wurde mit der vollständigen Einspeisung der Exzerpte in das neue System begonnen, das über die oben angeführte Internetadresse auf den Seiten der Bibliothek der Akademie der Wissenschaften zugänglich ist. Die im ISIS-System bestehenden Datenbanken wurden erhalten, ihre Konversion ist derzeit im Gange.